Wusstest du, dass hinter jedem verkauften LIV by Neher Insektenfänger eine ganz konkrete Blühfläche in Deutschland entstehen kann? Mit 40 Cent pro Insektenfänger unterstützen wir das Netzwerk Blühende Landschaft (NBL) – eine Organisation, die sich mit Herzblut, Fachkenntnis und einem engmaschigen Netz aus FlächenpartnerInnen dafür einsetzt, dem Insektenschwund in Deutschland entgegenzuwirken.

Wir haben uns mit Sabrina Von der Heide von BienenBlütenReich-Team zusammengesetzt und spannende Einblicke in ihre Arbeit erhalten: Was steckt hinter regional angepasstem Saatgut? Warum reicht ein einzelner Quadratmeter Blühfläche nicht aus – und was kann trotzdem jede und jeder von uns tun? Und was bedeutet es eigentlich konkret, wenn durch eine Spende Lebensraum für Wildbienen, Schmetterlinge und Käfer entsteht?
Sabrina, Kannst du kurz erzählen, was das Netzwerk Blühende Landschaft ausmacht und welche Ziele ihr verfolgt?
Sabrina: Wir, das Netzwerk Blühende Landschaft, haben uns zum Ziel gesetzt, die gesamte Landschaft deutschlandweit wieder mehr zum Blühen zu bringen, um dem dramatischen Insektenschwund entgegenzuwirken. Mit unseren regional angepassten Saatgutmischungen schaffen wir – gemeinsam mit unseren FlächenpartnerInnen – Lebensraum für Biene, Hummel, Schmetterling & Co.
Wie bist du zu diesem Projekt gekommen, und was treibt euch als Team an?
Sabrina: Meine Kollegin Linda (Frau Dr. Trein), rief mich im Sommer 2024 an und fragte mich, ob ich mir vorstellen könnte, eine Kollegin in ihrer Elternzeit zu vertreten. Da musste ich nicht lange überlegen und habe zugesagt. Seitdem bin ich mit im Team BienenBlütenReich und kümmere mich um Unternehmenskooperationen, berate unsere FlächenpartnerInnen und gehe verstärkt auch in die Öffentlichkeitsarbeit. Unser Team besteht aus fachlich kompetenten BiodiversitätsberaterInnen. Uns treibt natürlich der Sinn hinter all unserem Tun an. Wir sind hoch motiviert, uns nachhaltig für unsere Insekten einzusetzen. Und gleichzeitig ergänzen wir uns auch menschlich sehr gut. Es macht einfach Spaß, gemeinsam am selben Strang zu ziehen und wenn wir dann auf unserer jährlichen Blüchflächentour sind, auf der wir ein paar unserer FlächenpartnerInnen und ihre Flächen besuchen, dann sehen wir Biene auf Blüte, also quasi schwarz auf weiß, was wir bereits alles geschaffen haben. Das bestätigt unsere Arbeit.
Was motiviert dich persönlich, dich für Biodiversität und Insektenschutz einzusetzen?
Sabrina: Mir ist es wichtig, in der breiten Gesellschaft, endlich das Wissen und Selbstverständnis zu schaffen, dass unsere Insekten weder lästig noch, dass die blühenden Flächen, die wir schaffen, nur nice to have und hübsch anzusehen sind. Ganz im Gegenteil stellen sie nämlich einen enorm wichtigen Teil unserer Lebensgrundlage dar.
Dabei zählt eben jeder kleine Beitrag. Und mich motiviert genau dieses Wissen, dass jeder kleine Beitrag zählt und dass es möglich ist, durch gute Kommunikation die Menschen zum Nach- und Umdenken bewegen zu können. Woher kommt denn unsere Marmelade auf dem Frühstückstisch, wie entsteht unser Kaffee, unser Kamillen- oder Thymiantee oder unsere ringelblumenbasierte Handcreme und die leckeren Erdbeeren, die während der Saison aus unseren Regionen geerntet werden können? Die werden ja nicht einfach aus dem schwarzen Hut gezaubert und stehen dann im Supermarktregal. Die müssen auf gutem Boden angebaut werden und vor allem bestäubt werden, damit Früchte überhaupt erst entstehen können. Diese Bestäuberleistung unserer sechsbeinigen Freunde ist es, die uns diesen Genuss und das Wirtschaften mit diesen Produkten erst ermöglichen.
Was bedeutet es konkret, wenn durch Spenden ein Quadratmeter Blühwiese entsteht?
Sabrina: Wir arbeiten deutschlandweit mit über 200 FlächenpartnerInnen zusammen. Das sind Landwirte oder Privatleute, Kirchengemeinden und Kommunen, die intrinsisch motiviert auf uns zugekommen sind und sich für mehr Biodiversität einsetzen möchten. Durch die Spenden, die wir von Privatleuten und Firmen erhalten, finanzieren wir das Saatgut, Hecken, blühende Bäume und Sträucher, die die FlächenpartnerInnen somit von uns kostenlos erhalten. Die Spendengelder finanzieren auch unsere Beratungsleistung. Denn einfach so ein paar Samen aufs Feld zu werfen und dann auf Regen zu warten, das klappt leider nicht. Wir schauen, welches Saatgut zur jeweiligen Fläche passt und geben den FlächenpartnerInnen eine genaue Anleitung zur Umsetzung und zur Pflege an die Hand. Es gibt regional angepasstes Saatgut für Insekten, die auf spezielle Wildblumen ebenfalls angepasst sind. Die Natternkopf-Mauerbiene beispielsweise kann nur dort vorkommen und sich vermehren, wo auch ihre Nahrungspflanze, der Natternkopf blüht. Und das zeitlich passend. Daher hilft ein Natternkopf aus dem Süden Deutschlands den Natternkopf-Mauerbienen im Norden unter Umständen nicht, weil sein Blühzeitpunkt sich zu stark von deren Aktivitätszeitraum unterscheidet.
Welche Pflanzenarten sät ihr dort aus und warum gerade diese?
Sabrina: Wir arbeiten mit etwa 10 verschiedenen Saatgutmischungen, die sich in ihrer Artenzusammensetzung jeweils regional unterscheiden und meistens zwischen 30 und 40 verschiedene Arten beinhalten. Wir arbeiten in erster Linie mit heimischen Wildpflanzen, die früher in unserer Landschaft viel häufiger waren als heute. Beispiele für gesäte Pflanzenarten sind: Schafgarbe (Achillea millefolium), Kornblume (Centaurea cyanus), Wegwarte (Cichorium intybus), Wilde Möhre (Daucus carota), Natternkopf (Echium vulgare), Dost (Origanum vulgare), Wiesen‑Salbei (Salvia pratensis), Rainfarn (Tanacetum vulgare). Margerite, verschiedene Glockenblumenarten, Gräser wie Schafschwingel, Kammgras oder Glatthafer.
Wir haben für jede Region eine bestimmte Zusammensetzung von Samen verschiedener Pflanzen, weil „irgendwie heimisch“ nicht reicht – es geht auch um Genetik und Anpassung. Pflanzenpopulationen unterscheiden sich regional z. B. in Austreibzeitpunkt, Blütezeitpunkt, Frosttoleranz und Trockenheitsresistenz. Außerdem sind Pflanzen und lokale Insektenpopulationen über lange Zeiträume aufeinander abgestimmt (Koevolution). Werden Pflanzen innerhalb einer Art aus nicht-passenden Regionen eingebracht, kann das die innerartliche (genetische) Vielfalt gefährden bzw. „vermischen“. Ein Schutz ist am einfachsten erreichbar, wenn autochthones (lokales) Pflanzmaterial genutzt wird (aus derselben Region bzw. nahem Naturraum).
Daher aufgepasst beim Samenkauf; denn viel Handels-Saatgut aus Zuchtformen oder ausländischen Arten ist zwar optisch attraktiv, hilft aber nur wenigen Insekten – u. a. weil viele heimische Insekten sich an heimische Wildpflanzen angepasst haben, und Spezialisten sogar bestimmte Gruppen bzw. Arten benötigen.
Welche Tiere profitieren besonders von einem Quadratmeter artenreicher Blühfläche?
Sabrina: Diese Frage ist nicht auf den Quadratmeter bezogen zu beantworten, denn man kann sich leicht vorstellen, dass ein Quadratmeter Blumenwiese zwar das Pflanzenarteninventar einer Blumenwiese beherbergen kann, nicht jedoch die ökologische Gesamtfunktion übernehmen kann. Dafür spielt die Größe der Wiese eine entscheidende Rolle. Ebenso ist es bei Blühfläche auf dem Acker. Ein Quadratmeter ist hübsch anzusehen, aber erst als Streifen von mindestens 10 Metern Breite und möglichst großer Länge entfaltet die Blühfläche wirkliche ökologische Funktionen wie Lebensraum, Nahrungsversorgung, Überwinterungsquartier, Wanderkorridor.
Was wir aber mit Zahlen belegen können, weil es dazu zahlreiche Studien gibt: Über 300 Wildbienenarten und zahlreiche weitere Insekten, Vögel und Kleinsäuger profitieren von Blühflächen auf Äckern.
Wie setzt ihr die 40Cent Spende pro verkauftem Insektenfänger konkret ein?
Sabrina: In Saatgut, Beschilderung und in die Beratung für unsere FlächenpartnerInnen, die diese Blühflächen für uns und unsere SpendengeberInnen anlegen.
Kannst du ein Beispiel geben, was durch solche Spenden ganz praktisch möglich wird?
Sabrina: Wir gehen oft in Vorleistung bei der Anlage von Blühflächen. Wenn jedoch keine Spenden mehr reinkommen, dann sind uns leider die Hände gebunden, dann können wir unseren FlächenpartnerInnen kein Saatgut finanzieren und diese können dann auch keine Flächen für Wildbienen, Käfer und Schmetterlinge anlegen. Mit einer Spende wird eben genau das ermöglicht: Die Schaffung von Nahrung und Lebensraum für unsere Sechsbeiner.
In 2025 haben Blühpatenschaften die Anlage und Pflanzung von 387.000 qm Blühfläche, 45 Blühende Bäume, 1130 m Hecke, 192.000 qm echte Blumenwiesen und Säume geschaffen.
Warum sind Kooperationen mit kleinen, nachhaltigen Marken für euch besonders wertvoll?
Sabrina: Diese Kooperationen sind für uns sehr wertvoll, weil wir die “gleiche Sprache” sprechen. Nachhaltige Marken sind von ihrer Firmen-DNA bereits per se in derselben Bubble und es bedarf nicht allzuviel Erklärungsbedarf, warum es denn z. B. überhaupt wichtig ist, dass wir die Insekten schützen und deren Vermehrung ermöglichen.
Wie können weitere Organisationen, Unternehmen oder Privatpersonen eure Arbeit unterstützen?
Sabrina: Indem sie eine Blühpatenschaft bei uns abschließen. Das geht ganz einfach unter: www.bluehpate.de
Es gibt aber auch weitere Möglichkeiten mit uns zu kooperieren. Hier finden Unternehmen z. B. unser Portfolio.
Warum sind langfristige Partnerschaften aus deiner Sicht so wichtig?
Sabrina: Bei einer langfristigen Partnerschaft spielt Verlässlichkeit eine große Rolle. Das “Versprechen” an die Natur, an die Insekten und letztendlich auch an uns, dass wir dauerhaft – je nach Firmenpartnerschaft – immer wieder neue Lebensräume schaffen und so ein deutschlandweites Mosaik für Biene, Hummel, Schmetterling & Co. entsteht.
Jeder verkaufte Insektenfänger von LIV by Neher trägt mit 40 Cent direkt dazu bei – und macht damit ein Stück blühende Landschaft für Biene, Hummel und Schmetterling möglich. Du möchtest noch mehr tun? Unter www.bluehpate.de kannst du ganz einfach eine eigene Blühpatenschaft abschließen – und so gemeinsam mit uns ein buntes Mosaik für unsere Insekten schaffen
