Wenn dein Kind Angst vor Insekten hat – vor allem vor Spinnen – dann weißt du, wie schnell ein ganz normaler Moment plötzlich Drama-Potenzial bekommt. Eine Spinne an der Wand, und schwupps… mein Sohn ist schon aus dem Zimmer raus, bevor ich überhaupt verstehe, was passiert ist.
Was ich über die letzten Jahre gelernt habe: Die Insekten sind natürlich Auslöser der Angst, aber wir als Eltern können bestimmen, wie wir damit umgehen und wie sicher unser Kind sich fühlt.
Hier sind 5 Dinge, die du als Mama lieber nicht machen solltest, wenn dein Kind Angst vor Insekten hat – und was stattdessen helfen kann.
1. Nicht lächerlich machen
„Sooo groß ist die Spinne doch nicht.“
„Du bist doch kein kleines Kind mehr.“
„Ach komm, die ist harmlos.“.
Es ist gut gemeint, aber dein Kind hört nur: Meine Angst wird nicht ernst genommen.
Besser: „Okay, ich sehe, dass es dich echt erschreckt hat. Alles gut, wir schauen das zusammen an.“
2. Nicht selbst panisch reagieren
Gerade bei Spinnen fällt es uns Mamas manchmal schwer, cool zu bleiben.
Aber wenn wir kreischen oder zusammenzucken, verstärkt das die Angst, egal ob das Kind vier oder vierzehn ist.
Besser: Kurz durchatmen, ruhig bleiben, langsam bewegen. (Und wenn du dich innerlich gruselst – vollkommen okay. Hauptsache, du wirkst ruhig nach außen.)
3. Nicht schimpfen
Wenn dein Kind (bzw. dein Teenager ;-)) plötzlich durchs ganze Haus brüllt „Da ist eine SPINNE!!!“, kann das nerven – ich fühle das.
Aber Schimpfen macht aus Angst nur Stress + Schuld.
Besser: „Okay, du hast dich erschrocken. Wir kriegen das hin.“
4. Nicht mit Zwang konfrontieren
„Geh wieder rein, da passiert nichts!“
„Bleib stehen, die tut dir nichts!“
„Du musst lernen, damit klarzukommen.“
Das macht den Druck größer und die Angst tiefer.
Besser: Kleine Schritte, freiwillig.
Zum Beispiel: „Magst du außerhalb vom Zimmer warten, während ich die Spinne sichere? Du sagst mir Bescheid, wenn ich weit genug weggehen soll.“
5. Nicht einfach alles heimlich erledigen
Natürlich könntest du die Spinne still und heimlich entfernen.
Aber dann bleibt die Angst für dein Kind nebulös und bedrohlich – weil es nie sieht, dass es kontrollierbar ist.
Besser: „Ich fang sie jetzt ein. Du musst nicht zuschauen, aber du kannst, wenn du möchtest. Sag einfach, was sich für dich gut anfühlt.“
So lernt dein Kind: Es gibt Lösungen. Und es muss kein Held sein, um sie anzunehmen.
Aus unserem Alltag
Ich habe irgendwann aufgehört, perfekte Reaktionen von meinem Kind zu erwarten – und von mir selbst übrigens auch. Angst ist kein Zeichen von Schwäche, sondern einfach ein Gefühl, das manchmal größer wird, als man selbst es gerne hätte.
Was bei uns geholfen hat: offen darüber reden, kleine Schritte zulassen und die Situationen nicht dramatisieren. Und manchmal ist es einfach okay, das Zimmer kurz zu verlassen, tief durchzuatmen und es später nochmal zu versuchen.
Wichtig ist nur eines: Dein Kind fühlt sich begleitet, ernst genommen und verstanden.
Der Rest kommt mit der Zeit und oft schneller, als man denkt.
